Am 20.05.23 ist Weltbienentag

In Europa sind etwa 150 verschiedene Nutzpflanzenarten und rund 80 Prozent der Wildpflanzen abhängig von der Bestäubung durch Insekten. Der monetäre Wert der Insekten-Bestäubung nur in Europa liegt bei über 14 Milliarden Euro pro Jahr. Wer Erdbeeren, Kartoffeln, Tomaten, Paprika, Himbeeren und viele andere Gemüse-, Obst- und Beerensorten mag, dem sollte auch der Schutz der Wildbienen am Herzen liegen! Denn leider gibt es schon länger den beunruhigenden Trend, dass der Wildbienenbestand rückläufig ist: seit 1990 sind 25 % aller Wildbienenarten verschwunden.

Die Ursachen für das gegenwärtige Bienen- und Insektensterben werden von den Vereinten Nationen und internationalen Expertengremien klar benannt:

– Verlust von Lebensraum durch Zerstörung: Aufgrund des weiter steigenden Flächenverbrauchs durch den Menschen und damit einhergehender Veränderungen in der Landschaftsstruktur finden die Bienen immer weniger Rückzugsorte.

– Intensive Landwirtschaft: Monokulturen und insbesondere auch der Einsatz von Pestiziden machen aus vielen Agrarlandschaften lebensfeindliche Gebiete für Bienen.

– Eingeschleppte Bienenkrankheiten: Durch den Menschen global verschleppte Parasiten und Viren – bei Honigbienen vor allem die aus Asien eingeschleppte Varroa Milbe – setzen den Bienen stark zu.

– Anthropogener Klimawandel: Höhere Temperaturen, Dürren, Überschwemmungen sowie andere extreme Klimaereignisse und Änderungen der Blütezeit behindern die Bestäubung und führen zu Hunger und einseitiger Ernährung bei den Bienen.

Jeder kann den (Wild-) Bienen helfen:

Das Wichtigste ist, den Lebensraum zu erhalten! Es ist schön und gut Nistkästen aufzustellen – wenn die Tiere in der Umgebung nicht genügend Nahrung finden oder durch Umweltgifte beeinträchtigt werden, wird dieser Ansatz keinen Erfolg bringen. Außerdem können wir durch Nisthilfen immer nur wenige, spezielle Arten ansprechen.

– Bioprodukte kaufen

Positive Effekte biologischer Bewirtschaftung 

Der biologische Landbau wirkt sich als Gesamtsystem vorteilhaft auf die Erhaltung und Förderung der Wildbienen aus. Folgende Maßnahmen tragen dazu bei: 

  1. Verzicht auf chemisch-synthetische Pestizide
  2. Kein Einsatz von Kunstdüngern
  3. Vermehrter Anbau von Kleegras in Ackerfruchtfolgen. Diversen Hummel- und anderen Wildbienenarten dienen Leguminosen wie Luzerne, Rot- und Weißklee als Nahrung.
  4. Anwendung nicht-chemischer Unkrautregulierung. Dies führt zu einer blütenreichen Ackerflora mit Pflanzen, die reich an wichtigen Nektar- und Pollenquellen sind.
  5. Extensive Graslandnutzung führt zu blütenreicheren, weniger grasdominierten Beständen und letztlich zu mehr insektenbestäubten Pflanzen.
  6. Schweizer Biobetriebe weisen im Durchschnitt je nach Höhenzone 46 % bis 72 % mehr Biodiversitätsförderflächen auf als Nicht-Biobetriebe und verfügen somit potenziell über ein größeres Blütenangebot und mehr Kleinstrukturen mit Nistplätzen als Nicht-Biobetriebe.

Das Wichtigste ist, den Lebensraum zu erhalten!

  Setzen Sie sich in Ihrer Gemeinde für mehr städtische Blühwiesen ein. Straßen- und Wegränder in Siedlungsgebieten können durch Pflanzung von entsprechenden Blühpflanzen zu einem wahren Buffet für Wildbienen und anderen Insekten werden. Jeder Quadratmeter zählt! 

Das Wichtigste ist, den Lebensraum zu erhalten!

Sie haben einen Balkon oder einen Garten? Das ist eine wunderbare Voraussetzung um heimische, insektenfreundliche Stauden, Sträucher und/oder Bäume zu pflanzen. Eine sehr gute Zusammenfassung an geeigneten Pflanzen – auch für uns essbare – finden Sie hier: https://www.naturadb.de/themen/wildbienenpflanzen/ 

Achten Sie dabei auch auf Früh- und Spätblüher. Wenn Sie Ihren Garten nicht zu sehr aufräumen, selten mähen oder Totholz liegen lassen kommt das den kleinen Nützlingen auch zugute. 

Das Wichtigste ist, den Lebensraum zu erhalten!

Insektenhotels aufstellen – aber bitte die nützlichen. In Baumärkten oder dem Internet gibt es leider sehr viele nutzlose Insektenhotels in allen erdenklichen Größen und Formen zu kaufen. Auch an sinnlosen DIY-Anleitungen mangelt es nicht. Aber was macht ein nützliches Insektenhotel aus? – In jedem Fall, dass es angenommen wird. Hierzu können wir jedem Interessierten Werner David‘s Tipps ans Herz legen. Er sagt sehr direkt, was funktioniert und was nicht und das Ganze auf eine herrlich witzige Art: Nisthilfen

Das Wichtigste ist, den Lebensraum zu erhalten!

Wir sollten nicht nur am Weltbienentag unserer kleinen Freunde und Helfer gedenken, sondern ihnen in unserem Alltag einen höheren Stellenwert geben.  Hier finden Sie eine bildhafte Darstellung verschiedener Wildbienenarten: https://apidarium.de/Bienen/index.html 

Welche davon haben Sie schon gesehen?